Dez

07

Interview: Warum ich bei Balu und Du mitmache …

Von Frixe

Interview von Susann Hutfilter mit Johanna Fischer, Balu in der aktuellen Runde

1. Was motiviert dich Balu zu sein?
Ich liebe Kinder und verbringe gerne Zeit mit ihnen. Ich habe in meinem Leben so viel Liebe und Segen erfahren, dass ich das gerne teilen möchte. Die Kindheit ist eine so sensible und wunderbare Phase. Es ist mir eine Ehre, diese Zeit bei einem Kind positiv mitzugestalten und das Leben ein kleines bisschen heller zu machen.

Außerdem gibt es auf der Welt so viel Not und Situationen, in denen Liebe, Zeit und Engagement gebraucht wird, dass man ab und zu daran verzweifeln könnte. Oder man entwickelt große Visionen, was man ändern könnte, wenn man mal reicher wäre und Zeit hätte. „Balu und Du“ gibt mir die Gelegenheit, JETZT etwas zu tun und in meinem Umfeld anzufangen. Das ist großartig und motiviert mich!

2. Fällt dir ein schönes Erlebnis mit deinem Mogli ein?
Wie soll ich mich denn da jetzt für eines entscheiden! Ich werde einfach zwei Erlebnisse erzählen …

Vor ein paar Tagen haben wir Plätzchen zusammen gebacken. Das war ein wunderbares Treffen aus mehreren Gründen: Zum einen macht es mir Freude, dass wir die Leidenschaft am Backen teilen. Zum anderen wurden mir einige Entwicklungsschritte bewusst, die mein Mogli in den letzten Monaten gemacht hat und wo ich sie begleiten durfte. Sie hat an diesem Tag ausdauernd an einer Sache gearbeitet (viele Plätzchen ausstechen und dekorieren), hat unliebsame Aufgaben übernommen (z. B. Aufräumen) und war trotzdem noch ganz sie selbst: gelassen, kreativ und ausprobierfreudig. Die ersten beiden Dinge fallen ihr oft sehr schwer. Unsere Ergebnisse zeigten wir am Abend stolz der Familie, die dankbar und wertschätzend reagierte.

Ein zweites Erlebnis: Zu Anfang unserer Beziehung hat mein Mogli oft Forderungen geäußert. Bei unseren Treffen fiel oft der Satz: „Du musst jetzt …“. Ab dem zweiten Treffen war ich sehr eindeutig und habe ihr erklärt, dass wir Dinge gemeinsam tun, dass ich freiwillig hier bin und dass sie nicht über mich bestimmen kann. Weiter habe ich betont, dass ich aber gerne mit ihr spiele – wenn sie mich fragt oder bittet. Es wurde immer besser. Vor einiger Zeit standen wir dann an der Haustür mit ihrer Mutter und sprachen über unsere „Balu und Du“-Beziehung. Plötzlich meinte mein Mogli: „Ja, am Anfang hab ich immer „musst“ gesagt, jetzt sage ich „kannst“ oder frage dich.“ Sie war ganz stolz und ich war es auch!

3. Kannst du auch was von deinem Mogli lernen?
Ich lerne von meinem Mogli gelassener zu sein. Sie nimmt einige Dinge viel lockerer als ich und lebt immer gerade in diesem Augenblick. Das bewundere ich. Sie hat eine weite und wunderbare Fantasie, die ich mir viel mehr erlauben sollte. Ich schätze ihren Drang, immer wieder Neues auszuprobieren. Sie geht mit offenen Augen durch die Welt und ihr fallen viele kleine Dinge auf, die ich übersehe. Sie fragt nach und möchte Dinge ergründen, während ich einiges mittlerweile schnell hinnehme. Und sie ist einfach noch Kind, was keiner von uns je ganz ablegen sollte.

4. Was ist für dich herausfordernd im Projekt „Balu und Du“?
Herausfordernd ist es immer ein Kind für einen längeren Zeitraum zu begleiten, weil es schöne und schwierige Phasen gibt. Manchmal laufen Treffen nicht so ab, wie ich es geplant habe; das kann an mir oder meinem Mogli liegen. Oder ich verstehe eine Verhaltensweise meines Moglis nicht und weiß nicht recht damit umzugehen. Dann bin ich vielleicht enttäuscht oder entmutigt, aber muss durchhalten. Oder ich habe in den anderen Bereichen meines Lebens gerade so viel zu tun, dass mir schier die Zeit zu fehlen scheint. Aber ich möchte betonen, dass ich in meiner Beziehung so viel mehr Gutes erlebe und Unterstützung, Dankbarkeit und Wertschätzung entgegen gebracht bekomme, dass ich all die vergleichsweise kleinen Herausforderungen gerne annehme.

5. In welcher Form reflektierst du die Treffen mit deinem Mogli?
Ich frage meinen Mogli nach den Treffen, wie es ihr gefallen hat. Sie ist in der Lage frei heraus zu sagen, was ihr Spaß gemacht hat und was nicht und äußert ebenso Wünsche für zukünftige Treffen. Auch sprechen wir manchmal einfach so über vergangene Erlebnisse. In diesen Gesprächen erfahre ich wie mein Mogli die Situation damals erlebt hat, was Fragen in ihr aufgeworfen hat und was ihr in guter Erinnerung geblieben ist. Eine Rückmeldung bekomme ich außerdem von der Mutter meines Moglis. Sie ist sehr dankbar für die Zeit und Liebe, die ich investiere. Sie berichtet mir, was mein Mogli zu Hause von den Treffen erzählt oder wie sie z. B. auf meine Postkarten reagiert.

Vielen Dank für das nette Interview!

 

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